Anita Ehmke
und die Physik.
Anita Ehmke hat ihr ganzes Arbeitsleben lang gelernt und gelehrt. Dabei setzte sie sich immer wieder gegen tradierte Rollenbilder durch. Getreu ihrem Credo „Geht nicht gibt’s nicht“ kämpfte sie sich durch das harte Physikstudium, forschte an der Akademie der Wissenschaften und begeisterte als Lehrerin Schüler und Studenten für Naturwissenschaft und Technik. „Scheitern war nie eine Option“, resümiert die Physikerin – wie ihr Lebensweg beweist.
„Ich bin unheimlich gern zur Schule gegangen und hatte viele Lieblingsfächer. Aber Physik war meine Nummer eins. Ich wollte immer wissen, wie etwas funktioniert. Warum fährt eine Lokomotive? Was sind die wissenschaftlichen Grundlagen dafür?“, sagt Anita Ehmke. Rückblickend erinnert sie sich: „Ich hatte eine wunderbare Kindheit und einen tollen Vater. Aber leider hatte er ein sehr tradiertes Rollenverständnis von Mann und Frau. Er meinte wirklich, dass ein hübsches Mädchen wie ich kein Abitur brauche, sondern bald einen netten Mann heiraten solle.“ In der DDR konnten nur wenige Schüler Abitur ablegen. Meist waren die begehrten Plätze nach Beruf und Parteizugehörigkeit der Eltern quotiert. Als sie als eine der Klassenbesten die Zulassung für die Erweiterte Oberschule erhielt, rannte sie freudestrahlend nach Hause und legte das Dokument ihrem Vater auf den Tisch. Doch anstatt sich zu freuen, polterte er los: „Nein! Damit bin ich nicht einverstanden. Du machst kein Abitur. Es reicht, wenn du die 10. Klasse abschließt.“ Er habe es sicher nicht böse gemeint, resümiert sie heute. „Aber er hat nicht gemerkt, wie sehr er mich damit verletzte.“
Kurzvideo zu Anita Ehmke (Youtube-Link).

E-Book kaufen (PDF, 29,80 €) | Dieses Kapitel kaufen (PDF, 12,00 €)
« Verflochten. Durchgesetzt. Gebraucht. »